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Samstag, 14. Oktober 2017

Do Androids dream of sequels?



Cyberpunk gehört zu meinen liebsten Genres, und das obwohl ich Gibson für unglaublich überschätzt halte. Yes! Blasphemie direkt im ersten Satz. Um mich in aller Kürze zu erklären: mir gefällt die Art und Weise, wie er die Welt in Neuromancer aufbaut, aber seine Schreibe sagt mir überhaupt nicht zu. Durch den ersten Band musste ich mich mit Müh und Not durchquälen. Wie Lovecraft halte ich ihn für einen wundervollen Lore-Schreiber, aber das konkrete Erzählen einer Geschichte, liegt ihm weniger. Zum Glück gibt es Alternativen bei anderen Autoren wie Philip K. Dick oder in Form der Shadowrun Reihe.

Dienstag, 12. Juli 2011

Berlin sehen und NICHT sterben


Misstrauisch beäugte der Kfz-Mechaniker die Schäden an meinem Rover 2068. Ich hatte ihn erst kurz vor den tragischen Ereignissen erworben, die mich meinen Job beim privaten Nachrichtendienst ARGUS kosteten. Er war also noch relativ neu und ich hing an dem Schmuckstück. Den Geländewagen nun so ramponiert zu sehen schmerzte - und meinem Credstick besonders.

Henry - zumindest behauptete das das Namensschild an der Brusttasche des Mechanikeroveralls - drehte sich Kaugummi kauend zu uns um und lenkte unsere Blicke mit seinem rechten Daumen auf das Einschussloch in der Heckscheibe hinter ihm.
"Se fangen gern Fliegen im Rückwärtsgang, wa?"
Mehr als nur dezent klang sein Berliner Dialekt durch.
"Yeah, elende Metallmücken. Fliegen verdammt schnell hier im Osten der ADL."
Einen Moment lang fuhr er wortlos fort, seinen Kaugummi zu bearbeiten.
"Dreihunnertfuffzich Nuyen un ick interessier mich nich für ihr Mückenproblem."
"Sagen wir vierhundert - für den schnellen Service."
Die Miene des Mechanikers hellte sich auf, als er einschlug.
"Se gefallen mir. So Kundschaft könnt ick öfters brauchen."
Er griff nach einem kleinen Kasten an seiner Hüfte, seinem Kommlink. Sofort wurden Lagerlisten auf die Innenseite seiner Brille projeziert.
"Se haben Glück. Ick hab ne passende Scheibe auf Lager. Wenn se en Stündchen Zeit haben, könnt ick es gleich machen."
"Ich hab eh nichts besseres vor. - Äh sagen sie, ist es okay, wenn ich mir an ihrem Automaten einen Kaffee ziehe?"
"Sofern se die Schlacke, die da raus kommt so nennen wollen... Bedienen se sich ruhig."
"Wollen sie auch einen?"
"Nee danke, ick hab noch etwas Öl im Lappen."
Lachend ging Henry nach hinten ins Lager.

Sonntag, 3. Juli 2011

Familienangelegenheiten


Die verfluchte Stadt hat mich wieder. 
Dresden - oder besser gesagt, das was davon übrig geblieben ist. Seit den Europakriegen von 2031/32 ist hier nichts mehr wie früher - nicht dass ich das je persönlich gekannt hätte. Ich war noch Quark im Schaufenster, als die Russen damals hier einfielen, um Sachsen zu annektieren. Sie konnten zurückgeschlagen werden, aber eine Junta aus Bundeswehr Genrälen errichtete auf den Ruinen des ehemaligen Freistaats das Herzogtum Sachsen. Dresden wandelte sich in den Leipzig-Halle-Megaplex, einem Stadt gewordenen Tumor aus Industrie, Slums,  Schickimicki-Wohnbezirken und Mülldeponien. Letztenendes war es ein Polizeistaat. Nur dass die Armee hier die Gewalt hatte.
Ich konnte diese Stadt noch nie leiden. Drecksarmee... arrogantes Pack!

Und jetzt saß ich hier fest. So lange, bis ich Kontakt herstellen konnte.