Samstag, 13. Mai 2017

Horror is coming home!


Ethan Winters kann es kaum glauben, als ihn eine E-Mail seiner verstorben geglaubten Frau Mia erreicht. Er soll sie in Lousianna holen kommen. Selbstredend lässt er alles stehen und liegen und eilt Hals über Kopf in den ländlichen Süden der USA. Ihre eindringliche Warnung drei Jahre zuvor, sie auf keinen Fall zu suchen, ignoriert der Thor geflissentlich. Nach einiger Zeit findet er mitten im Nirgendwo ein altes Farmhaus, das der Baker Familie gehört. Zu seiner Freude stößt er rasch auf Hinweise von Mias Verbleib. Selbstsicher bahnt sich Ethan einen Weg durch das dichte Unterholz bis zu dem verlassen wirkenden Anwesen, wo ihn eine Nacht voller grauenhafter Entdeckungen erwartet.


Dieser und die folgenden Screenshots stammen von der PSVR Version.

Resident Evil hat endlich zu alter Stärke zurückgefunden. Der Horrorklassiker der 90er leidete in den letzten Jahren zunehmend unter einem Spannungsschwund, was sicherlich auf den enorm gestiegenen Actionanteil zurückzuführen ist. Capcom hat auf die Fans gehört und viele alte Spielelemente wieder zurückgebracht: Erkundung eines alten, scheinbar unbewohnten Anwesens, das stückweise Freischalten der Räume durch besondere Schlüssel, absurde Rätsel, wenige, aber dafür fordernde Gegner, stark limitiertes Inventar, Heilkräuter, ein rudimentäres Craftingsystem, feste Speicherung der in Form von Kassettenrecorder, ekelhaftes Kreaturendesign und vor allem: ganz viel Grusel.

Man kann einige Waffen finden, wie auch diesen Flammenwerfer.

Auf der Suche nach Mia gerät man immer wieder mit der gewalttätigen Baker Familie aneinander, die scheinbar etwas besonderes mit ungebetenen Gästen im Sinn haben. In der ersten Stunde verbreitet sich ein vornehmlich vom Redneck Flair geprägter Slasher-Movie Charme. Schnell wird jedoch klar, dass - wie sollte es in Resident Evil auch anders sein - übernatürliche Dinge auf der Farm vorgehen und nichts so ist wie es zunächst erscheint.

Aus Spoilergründen wird an dieser Stelle nicht mehr verraten. So viel sei jedoch verraten: der aktuelle Teil stellt keinen Reboot der Reihe dar und spielt im bekannten Biohazard Universum. Man muss lediglich auf die zwielichtige Umbrella Corp und bekannte Gesichter verzichten.

Immer wieder findet man Hinweise auf die Vorgänge im Farmhaus.

Im Gegensatz zu früher spielt man hier nicht in der Third-Person- sondern in der Ego Perspektive. Dass Resident Evil dennoch nicht in wildes Geballer ausartet liegt daran, dass Munition äußerst rar ist. Man muss mit ihr Haushalten, will man nicht unversehens, lediglich mit einem Messer bewaffnet, einem der schaurigen Gegner in die Hände laufen.

Einen nicht unbeträchtlichen Anteil an der spannenden Atmosphäre hat die musikalische Untermalung bzw das Sounddesign. Immer wieder führen plötzlich knarzendes Holz oder ein herunterfallender Gegenstand dazu dass der Spieler irritiert Richtung Geräuschquelle herum fährt. Wie so oft in Horrorspielen stellt sich allerdings auch hier nach einer gewissen Zeit eine gewisse Gewöhnung ein. Irgendwann hat man halt verstanden wie die Entwickler Jumpscares und Lichtquellen einsetzen, um den Spieler in die Irre zu führen.
Kein Resident Evil ohne Ekelfaktor.

Mit früheren Teilen der Reihe gemein hat Resident Evil 7 einen beträchtlichen Anteil an Backtracking im Leveldesign was jedoch aufgrund der überschaubaren Laufwege nicht übermäßig negativ auffällt. Lediglich wenn das Inventar mal wieder hoffnungslos überfüllt ist und man aufgrund diverser Rätselelemente immer wieder zwischen dem Einsatzort und einer der Vorratskisten, welche stets an Speicherorten zur Verfügung stehen, hin und her laufen muss, fühlt man sich an anachronistisches Spieldesign aus den Neunzigern erinnert. An die KI der Gegner sollte man keine allzu hohen Ansprüche stellen. Oftmals laufen sie kopflos auf den Spieler zu und bleiben auch mal an Gegenständen hängen. Dafür teilen sie mächtig Schaden aus und stecken eine Menge ein. Grundsätzlich gilt auch hier den Kopf des Gegners ins Visier zu nehmen. Hektisch wird es vor allem dann, wenn mehrere Opponenten auftauchen.

Was ich ebenfalls mochte, ist der teils sehr schräge, morbide Humor

Spannend bleibt es in Resident Evil jedoch bis zur letzten Minute. Das liegt sicherlich maßgeblich daran, dass ich Resident Evil mit dem Playstation VR Headset spielen konnte. Ja, die Grafik ist in dieser Version nicht mehr ganz so detailliert und auch die Texturen sind bei weitem nicht mehr so gut aufgelöst wie in der normalen Variante, aber das mittendrin Gefühl von VR gleicht dieses Manko locker wieder aus. Es macht nun mal einen immensen Unterschied, ob ich nur mittels eines Tastendrucks auf dem Controller oder mit meinem Oberkörper im virtuellen Raum um die Ecke lugen kann. Immer wieder erwischte ich mich selbst bei dem Versuch mich im Wohnzimmer vor den Gefahren des Spiels zu verstecken. Jeder, der die Gelegenheit hat Resident Evil mit dem VR Headset zu spielen sollte sie nutzen. Es handelt sich definitiv um die beste Version des Spiels; ein ausreichender Windel Vorrat vorausgesetzt natürlich.



Wer noch keine besonderen Erfahrungen mit VR sammeln konnte und zu Motion Sickness neigt, sollte zunächst mit kurzen Spiele Sessions beginnen und immer dann, wenn sich Übelkeit einstellt, sofort pausieren. Mir ging es anfangs ähnlich. Allerdings stellte ich fest, dass sich mit der Zeit ein Gewöhnungseffekt einstellt und das Problem später nicht mehr oder nur sehr stark abgeschwächt in Erscheinung tritt.

Belohnt wird man am Ende mit einer der intensivsten Spieleerfahrungen der letzten Jahre.

Liegt ein Molded erst einmal tot am Boden, wirkt er nicht mehr so beeindruckend.

Details und Texturen sind reduziert in VR, aber es gelingt Capcom stets die Atmosphäre einzufangen.


Leider besteht Ethans Körper nur aus den Händen mit Unterarmen.


Flashback!

Was hat der ölige Schleim mit all dem zu tun?


Tatsächlich entfernt man sich im letzten viertel des Spiels vom Farmhaus und erkundet andere Gegenden.


Mittels Säure kann man Schlösser öffnen.


Da würde ich niemals freiwillig durchwaten.


Tief im Stollen ist die Hölle los.

Hin und wieder gibt es sogar hübsche Partikeleffekte zu bestaunen.



Kein Resi ohne monströse Bossgegner.

Als Vergleich zur normalen Version gibt es nach diesem Bild Screenshots der normalen PS4 Version.






Hin und wieder findet man Videos, mit denen man Szenen früherer Geschehnisse spielen kann. Alles was man braucht ist ein Videorekorder.






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