Samstag, 14. April 2012

Des Führers neue UFOs



Trash as Trash can: Nazis, die sich dem drohenden Untergang entziehen konnten, verstecken sich auf dem Mond in einer geheimen Raumbasis. Dort lassen sie es sich seitdem bei viraler Propaganda und dem Abbau von Helium3 gut gehen.
Die pöhsen Amis indes lassen die armen Faschisten einfach nicht in Ruhe und schicken ständig diese lästigen Astronauten vorbei. Nachdem 2018 eine neue NASA Mission zum Mond als Teil einer Wahlkampagne zur Wiederwahl der Präsidentin der USA den Erdtrabanten heim sucht, ist das Maß voll. Der Mondführer beschließt, dass es an der Zeit ist die Untermenschenerdlinge in die Schranken zu weisen.

An dieser Stelle kann es nur zwei Reaktionen geben:
a) "Wie geil is DAS denn?!"
b) "Ey, die Nazis sind doch nie zum Mond!"

Wer "b" gewählt hat, verschwindet besser von dieser Homepage, behält seine Illusionen über die Menschheit und feiert weiterhin ein Mal im Jahr Karneval. Die anderen begeben sich schleunigst in die Fluchtkapseln aus der Realität ins nächste Kino und feiern sich bei "Iron Sky" den Arsch ab!


Nach "Star Wreck: In the Pirkinning" haben Timo Vuorensola und Jarmo Puskala von Energia Productions ihren zweiten Comedy Kracher über intergalaktische Despoten abgeliefert. Während der Vorgänger die fiktiven Universen von Star Trek und Babylon 5 gehörig aufs Korn nahmen, musste dieses mal die europäische Geschichte des letzten Jahrhunderts als Grundlage für ein satirisches Werk auf Politiker der heutigen Generation herhalten.

"Iron Sky" versteht sich selber als Genrekino, das man keinesfalls ernst nehmen darf. Nach der Lektüre einiger Reviews im Netz, beschlich mich der Gedanke, dass es einigen Rezensenten nicht so ganz klar war, dass das Leinwandgeflimmer Humor sein sollte. Nun gut: wer zum Lachen in den Keller geht, um dort ein Loch zu graben, in das man sich verschämt grinsend zurück zieht, wird bei diesem Film keinen Spaß haben.

Zugegebenermaßen gehört "Iron Sky" nicht zu den Filmen, die ich als "gut" bezeichnen würde. Dafür gehen dem Werk einige Qualitäten ab, die ein solches Prädikat verhindern. Die Schauspieler erledigen ihre Jobs weitestgehend überzeugend, werden aber kaum gefordert. Die Story ist plakativ und lückenhaft erzählt. Besonders gegen Ende werden viele Ereignisse lapidar abgehandelt, Charakterentwicklungen unzureichend dargestellt oder einfach unterschlagen.
Dafür punktet der Film mit einem gelungenen Artdesign, einem erfrischend bösen, pointierten Humor, bissigen Anspielungen und skurrilen Situationen.

Wer über eine gewisse Portion politisch unkorrekten Humor verfügt, darf sich bei "Iron Sky" auf ein Sammelsurium der Absurditäten freuen, das in Anbetracht der Tatsache, dass sich der Film hauptsächlich aus Spenden und Fördergeldern finanziert hat, auf einem ungewohnt hohen technischen Niveau produziert wurde.
Mehr davon!

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