Freitag, 16. September 2011

Lady Cacaoblood - the Professional


Ja, ich weiss: Selbstjustiz ist nicht gut, gegen das Gesetz; alles würde im Chaos enden, wenn jeder danach handeln würde und eigentlich verabscheue ich sowas ja auch im echten Leben.
ABER - wer kennt nicht die Sehnsucht jemandem, der wirklich unverschämt ist, einem den letzten Nerv raubt oder einen in die Pfanne haut, mal so richtig die fiese Fresse aus der Schnauze zu schlagen? Eben! Und darum liebe ich Rachefilme.
Sie treiben das Thema auf die Spitze und lassen mich diese Sehnsucht mit total überzogenen Handlungen ausleben. Keine Sorge! Der Konsum solcher Filme verhindert, dass ich die Pumpgun doch noch kaufe oder dass ich einen Blick in das Terroristenkochbuch werfe.
Aber genug abgeschweift. Wo war ich noch? Ach ja: wenn es schon solche Kleinigkeiten sind, die uns die Wand hochtreiben können, wie ist es denn erst mit den Menschen, die wirkliches Leid am eigenen Leib erfahren mussten?!

Ein klassischer Antriebsmotor für Rachefilme ist das Motiv "geliebte/r Mensch/en wurden grausam ermordet". Selbiges kommt auch in Luc Bessons neustem Film (Drehbuch, Produktion) zum Einsatz. Da ich von dieser Sparte Film kein zweites "Schindlers Liste" erwarte, hab ich dagegen auch nichts zu kamellen.

Cataleya (Amandla Stenberg) muss als kleines Mädchen miterleben, wie **Random-Bullshit-Slotmachine-KaCHING!** Gangster einer der lokalen Mafiafamilien ihre Eltern kalt machen. Sie selbst kann in die **Random-Bullshit-Slotmachine-KaCHING** Staaten flüchten und kommt dort bei **Random-Bullshit-Slotmachine-KaCHING** einem Freund der Familie unter.
Fortan lebt sie bei Emilio (Cliff Curtis; Sunshine, Stirb Langsam 4.0), der **Random-Bullshit-Slotmachine-KaCHING** ihr das Töten beibringt, um eines Tages Rache üben zu können.

Als Erwachsene ist Cataleya (Zoey Saldana; Star Trek, The Losers) eine ausgebildete Attentäterin, die routiniert und stets erfolgreich ihre Aufträge durchführt. Auf ihren Opfern, die nichts (!!!) mit den Mördern ihrer Eltern zu tun haben, hinterlässt sie Hinweise auf ihre Person, um die Scheißkerle aus den ersten fünfzehn Filmminuten aus der Reserve zu locken (!!!). Die haben sich nämlich **Random-Bullshit-Slotmachine-KaCHING** mit den - Hollywood gemäß - bösen Jungs von der CIA zusammen getan und sind untergetaucht. Blöd wie die sind, kriegen die 22 Morde lang mal garnichts davon mit !!!). An der Stelle fiel Luc Besson wohl ein, dass die Story da so ein bisschen ins Leere läuft und zauberte **Random-Bullshit-Slotmachine-KaCHING** einfach einen Ermittler namens Ross (Lennie James; Snatch, Jericho, Human Target) aus dem Hut. Der hat natürlich schon geschnallt, dass da ein und der selbe Täter am Werk ist und stellt ihr nach. Dabei muss er sich ebenso natürlich auch mit der CIA anlegen. Und gemäß der Regel "Mein Feind is dein Freund" oder wars doch anders... so mit Feind des Feindes... ach ihr könnt euch bestimmt ausrechnen wo die Reise hin führt.

Tja, was soll ich noch groß zu "Colombiana" sagen? Ihr merkt es bestimmt schon: so wirklich begeistert hat mich der Streifen nicht. Ein totaler Reinfall ist er allerdings auch nicht - wenn ich da an Regisseur Olivier Megatons (nein, nicht der Blechkopp von den Transformers) "Transporter 3" denke, kann er das viel schlechter als im aktuellen Film gezeigt.
Im Grunde macht "Colombiana" gar nicht mal so viel falsch. Die Action ist solide inszeniert. Zoe Saldana überzeugt sowohl in den ruhigen als auch körperbetonten Szenen - ja, gebumst wird zwar auch, aber das bezog sich gerade ausnahmsweise mal auf die Action. Man kauft ihr Cataleya sofort ab. Auch die meisten Nebendarsteller passen in ihre Rollen. Doch die Story ist sehr verfahren erzählt.

Man merkt dem Script an, dass sich Luc Besson daran erinnerte, dass er doch irgendwann einmal einen richtig guten Film gemacht hatte. Nein, nicht einen unterhaltsamen, sondern einen wirklich guten Film, so mit Action, Handlung und Charakterspiel. "Léon - Der Profi" halt!
Nach so langer Zeit könnte man das Erfolgskonzept von damals doch kopieren, oder?
Wenn es doch nur so einfach wäre.

Zwar stimmen die Grundzutaten, doch kommt "Colombiana" einfach nicht aus dem Saft. Zwischenzeitlich zieht sich der Streifen für einen Actioner extrem. Wo "Léon" noch mit Humor und schrägen Figuren für Kurzweil sorgte, gibt sich "Colombiana" zu brav, geradezu bieder. Dazu wirken einige Storyversätze willkürlich zusammen gesteckt.

Die Rolle des Ermittlers Ross wurde nahezu 1:1 aus der "Hitman" Verfilmung mit Timothy Olyphant übernommen... und leider nicht konsequent zu Ende gedacht. Gerade mit Lennie James als Darsteller wären schöne Storytwists möglich gewesen, doch leider verschenkt man hier großzügig das vorhandene Potential.
Während der Film die meiste Zeit ziellos dahin plätschert, muss jemandem vom Set am letzten Drehtag eingefallen sein, dass der Mumpitz ja noch ein Ende braucht. Dieses Finale wirkt extrem aufgesetzt, inhaltlich hastig zusammen geschustert und harmoniert nicht mit dem restlichen Film, der gequälten Anspruch ans Charakterkino vermitteln will.

Fazit: Luc Besson und Olivier Megaton versuchen sich an einer Neuauflage von "Léon - Der Profi" und heben sich einen künstlerischen Bruch. Nicht wirklich doofe, aber wenig unterhaltsamer Rachethriller, der nur durch seine Hauptakteurin und einige Nebendarsteller gerettet wird. Einmal anschauen und gut ist!

Zoe Saldana hat bereits mit "The Losers" gezeigt, dass sie kompromisslos freche "aufs-Maul-Action" drauf hat und stellt auch hier wieder ihre harte Seite unter Beweis. Gebt der Frau mehr solche Rollen!

PS: Am Set muss es ja ständig saukalt gewesen sein! ^^
PPS: Da hab ich in aller Eile doch tatsächlich vergessen die Blödigkeiten aufzuzählen, die mir beim Anschauen so aufgefallen sind: SD Karten gab es 1992 noch nicht. Als kleines Mädchen liest Cataleya in einem Xena Comic und behauptet, dass sie früher mal so wie die Kriegerprinzessin sein wollte. WARUM ZUM GEIER IST LUC BESSON ZU FAUL MAL WIKIPEDIA ZU BEMÜHEN!??! Die Xena Serie wurde erst ab 1995 produziert! Comics zur Serie konnte es 1992 also noch nicht geben.

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