Mittwoch, 19. Januar 2011

I´m a loser baby, so why don´t you kill me?!


Wenn Hollywood mal wieder keine Ideen für  Geschichten hat, bedient man sich idR gerne bei beliebten Comicreihen. Meist trifft es dann die üblichen Verdächtigen.  Von Batman bis Wolverine wird dann die Superheldenriege geplündert. Manchmal trifft es aber andere Genres, wie bspw. Thriller mit dem leidlich umgesetzen "Whiteout" oder Agentengeschichten wie "R.E.D", dessen Verfilmung 2010 die Lichtspielhäuser stürmte. Auch "The Losers" bekam letztes Jahr eine Filmumsetzung spendiert.



Grob darf man für das Szenario durchaus das "A-Team" als Vergleich heranziehen. Eine Gruppe von US-Special Forces Soldaten wird im Einsatz von einem Mann, der nur als Max bekannt ist, gelinkt. Seitdem gelten sie als gefallene (Kriegs)Verbrecher und tauchen in Bolivien unter. Natürlich darf der Mistkerl, so nicht davon kommen. Der ehemalige Einsatzleiter Clay (Jeffrey Dean Morgan; Watchmen, Supernatural) will seine Jungs rehabilitieren und in die Staaten zurück bringen. Die Chance ergibt sich, als die schöne Aisha (Zoe Saldana; Star Trek) auftaucht und ebenfalls mit Max eine Rechnung offen hat. Dabei müssen Clay, Jensen (Chris Evans; Fantastic Four, Sunshine), Roque (Idris Elba; RockNRolla, American Gangster, 28 Days Later), Pooch (Columbus Short; Whiteout), Cougar (Oscar Jaenada) und Aisha tief in der Scheiße wühlen bis sie sich endlich Max vornehmen können.

Comic- und actionfilmtypisch ist der Plot gradlinig erzählt und weiß weniger mit Storytwists, als mit Style und Witz zu begeistern. Unterhaltsam wird das simple Geschehen erst durch die Schauspieler, die ihre Figuren mit Leben zu füllen wissen. Die Neckereien und Sticheleien zwischen den Charakteren sorgen ein ums andere Mal für ein Schmunzeln und so mancher One-Liner trifft voll ins Schwarze. Wie beim A-Team macht hier also auch das Zusammenspiel der Figuren einen Großteil des Spaßes aus.

Im Gegensatz zum aktutellen A-Team-Film, stand der Crew von "The Losers" deutlich weniger Budget zur Verfügung. Glücklicherweise sieht man das dem Film nur an ganz wenigen Stellen an. Hauptsächlich dann, wenn Computergraphiken zum Einsatz kommen. Insgesamt ist die Produktion aber solide geraten. Ruhige Kameraführung, die Schauspieler erledigen ihren Job souverän und als Score werden hauptsächlich Rocksongs eingesetzt, gelegentliche Slowmos und eingestreute Comicbilder lockern das Geschehen auf.

Der Eine oder Andere vermutet sicherlich schon, dass da auch ein ABER lauert. Ja! Leider! Denn vom Witz geht in der deutschen Bluray einiges verloren. Das liegt garnicht mal so sehr am Drehbuch. Das ist relativ nah am Original und auch die meisten Gags wurden ordentlich übersetzt. Dummerweise aber hat irgend ein Vollhonk im Tonstudio die Absmischung versaubeutelt. Der Ton wirkt an vielen Stellen unausgegoren. Zoe Saldanas deutsche Stimme klingt des öfteren als hätte man sie langsamer abgespielt, um die Stimme tiefer zu machen; zudem stimmt das Verhältnis von Sound zu Musik und Sprache oft nicht. Die englische Tonspur klingt deutlich fetter. Der Score geht in der Deutschen meist unter. Ausgerechnet eines der wichtigsten Stilmittel zur Stimmungserzeugung. Stümperhaft!

Die eigentliche Synchronarbeit wiederum ist durchaus verwertbar bis gut. Aber die Stimmen von Jeffrey Dean Morgan und Jason Patric (Max) gehen garnicht. Clay wirkt nicht mehr wie der knallharte Anführer, der er im Original ist, und Max kommt nicht so souverän als Soziopath rüber, wie er sollte. Das gibt zudem Abzugspunkte im Bereich Humor. Schade!

Ein direkter Vergleich zum Comic (Vertigo Verlag) muss an dieser Stelle ausfallen, da mir ein Genuss der Vorlage bislang verwehrt blieb. Eventuell wird das nachgereicht. Oder ich philosophiere darüber, wenn Teil zwei in die Kinos kommt. Eine Fortsetzung wird am Ende nämlich angedeutet.

Freunden gepflegter Action Filme zu empfehlen.
"The Losers" ist witzig, skurril, kurzweilig, bietet mit Zoe auch was fürs Auge und verbreitet gute Laune. Der Männerabend kann starten.

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