Mittwoch, 17. Dezember 2008

Redhand / Band 2

Band 2: Die Waffe der Götter

Der namenlose Held, der nur Redhand genannt wird hat auf seinen Reisen mittlerweile Silacaea erreicht, den größten Hafen der nördlichen Inseln. Hier entstand in den letzten Jahrhunderten eine prächtige Stadt. Redhand verdingt sich in verschiedenen Jobs und versucht so gut es geht ein normales Leben zu führen. Da sonst die Geschichte vorbei wäre geht das natürlich nicht lange gut. Redhand ist in einer Kneipe als der Zauberer Ishmin einen Bannzauber wirkt um mit seiner Ziehtochter der einäugigen Mara, die Gäste auszurauben. Als bei Redhand kein Zauber wirken will glauben die Menschen er sei ein Dämon. Vorbei ists mit der Ruhe. Er schließt sich vorübergehend dem Duo an, um aus der Stadt zu entkommen. Mara hat aber andere Pläne mit ihm...

Wie sagte ich zum letzten Band? Redhand hat Potential, muss aber zeigen, dass Busiek und Alberti es auszuspielen wissen. Mit "die Waffe der Götter" sind wir leider nur kleine Schrittchen weiter gekommen. Nach wie vor liegt der Hintergrund der postapokalyptischen Welt weitestgehend im Dunkeln. Auch Redhands Schicksal ist kaum deutlicher zu sehen als noch vor 48 Seiten. Schade, denn das Artwork ist wieder sehr schön, der Band liest sich in einem angenehmen Tempo und auch Spannung ist wieder ausreichend vorhanden, wenn unser Vorzeigeatheist sich mit dem Aberglauben der Menschen herumplagt.

Allerdings ist die Frage gerechtfertigt, ob die Geschichte, da als Dreiteiler ausgelegt, im letzten Drittel überhaupt zu einem vernünftigen Abschluss gebracht werden kann.
Hoffen wir das Beste.

The Goon

Band 1: Krudes Zeug

Was ist potthässlich, hat vorstehende Zähne, eine Kappe auf dem Kopf, Muskeln vom Haaransatz bis zum Arsch und den Tritt eines Mulis? Der GOON natürlich!

Eric Powells Schreckgespenst der Untoten treibt seit Ende der 90er sein Unwesen und erscheint nun beim Cross-Cult-Verlag auch auf Deutsch. Wurde auch Zeit, dass dieser sprechende-kettensägenschwingende, sinnfrei um sich ballernde, Untote quälende, immer einen lockeren Spruch absondernde, bullenhassende Unflat auch bei uns die Zeit ins Gestern zurück prügelt.

Langweilig wird es mit dem Goon jedenfalls nicht. Im ersten Band sind drei Kurzgeschichten enthalten, die uns den Alltag des Goon näher bringen. Seit der Untoten-Priester mit seiner Armee Zombies in der Stadt eingefallen ist und die Herrschaft an sich zu reissen gedachte, ist nichts mehr wie zuvor. Denn die Zombies mussten schnell fest stellen, dass außer ihnen noch die Mafia, die Bullen, Vampire und sonstiges Natterngezücht ebenfalls einen Anteil vom Kuchen wollen. Und mittendrin der mies gelaunte Goon mit seinem sadistischen Kumpel Franky.

Kurzum: in bester Lobo-Tradition bekommt die Untoten-Schaar kräftig aufs Maul. Mit total schrägen Einfällen gewürzt, bleibt hier kein Auge trocken.

Wer feinsinnige Unterhaltung sucht ist - wie der Autor so schön bemerkt - hier an der falschen Adresse. "The Goon" bietet humoriges Backenfutter für alle, die einen schrägen Humor haben.

Abgerundet wird der leider recht kurze Band (die folgenden sind deutlich dicker) von Konzeptzeichnungen und einem Interview mit dem Zeichner Eric Powell (Farben sind übrigens von Dave Stewart, der für seine Arbeit an B.U.A.P. einen Eisner Award bekam).

Freitag, 5. Dezember 2008

Der Schimpansenkomplex / Band 2

Band 2: Die Söhne des Ares

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2036.

Helen Freeman befindet sich mit weiteren Astronauten auf dem Weg zum Mars. Dort hoffen sie das Geheimnis um die Kopien von Buzz Aldrin und Neil Armstrong zu lüften, nachdem man auch auf dem Mond eine weitere Leiche von Armstrong gefunden hatte. Helens Tochter Sofia glaubt auf der Erde schon lange nicht mehr an eine Rückkehr ihrer Mutter und begibt sich selbst auf eine Reise ins Ungewisse. Während Robert verzweifelt versucht sie zu finden, entdecken die Forscher auf dem Mars eine alte Raumstation der Russen aus der Zeit des Kalten Krieges. Helen begibt sich dort auf die Suche nach den Puzzleteilen und spricht mit einer Ikone der russischen Raumfahrt als etwas Unvorhergesehenes geschieht.

Teil 2 setzt sauber dort an, wo der erste endete. Spannend wird die Geschichte um die "Relikte" des Kalten Krieges (=die Söhne des Ares (Ares, der griech. Kriegsgott; bzw. dessen römisches Pendent: Mars)) fortgeführt. Zudem werden endlich einige Antworten auf Fragen im ersten Band gegeben, allerdings auch neue aufgeworfen.

Das spannende Ende macht Lust auf den Abschluß der Trilogie mit dem die Geschichte schließlich stehen und fallen wird. Am Zeichenstil hat sich nichts geändert, der nach wie vor an die Roto-Scope-Technik aus dem Film "A Scanner Darkly" erinnert. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben (Hardcover, sauberer Druck, gutes Lettering, stabiles Papier). SF Fans, die auch mit Mystery etwas anfangen können, kann ich spätestens jetzt eine Kaufempfehlung aussprechen.

B.U.A.P. / Band 6

Band 6: Der Garten der Seelen

Das Team hat Roger endlich beigesetzt und würde gerne einige weitere ruhige Wochen verbringen, als Abe Sapien ein Päckchen erhält, das ihn in den indonesischen Dschungel lockt. Zusammen mit Captain Daimio begibt er sich auf den langen Weg, denn jemand scheint von seiner frühreren Existenz als Mensch mit Namen Langdon Everett Caul bescheid zu wissen. Während Abe seiner Vergangenheit auf die Schliche zu kommen versucht, wird Liz im Hauptquartier von apokalyptischen Visionen geplagt und Johann fördert aus den Archiven der Behörde ein dunkles, schmutziges Geheimnis aus der Vergangenheit eines der Mitglieder hervor.

Angenehm fällt auf, dass Mignola und Arcudi mit der neuen Geschichte nach dem ruhigen letzten Band nicht mit aller Gewalt voll durchstarten, sondern wieder parallel mehrere wichtige Ereignisse in Gang setzen, deren Stein also nun erst langsam ins Rollen kommt und in den nächsten Geschichten Höchstgeschwindigkeit erreichen wird. Wie nannte man das doch gleich? Ach ja: Spannungsbogen! Und den beherrschen die beiden sehr gut. Während man gespannt und fasziniert verfolgt wie Abe auf einer Art "Insel des Dr. Moreau" wandelt, ziehen daheim im Hauptquartier dunkle Wolken herauf. Man darf sich also auf die Fortsetzung freuen. Zwar markiert "Garten der Seelen" keinen Höhepunkt Serie, bleibt aber in deren durchweg sehr hohen Qualität.

Zeichnerisch erwartet den Leser nichts großartig Neues. Und das ist auch gut so, denn Guy Davis ist brilliant wie immer. Die Technikdesigns, die an alte Jules Verne Verfilmungen erinnert, machen einfach Laune. Besonders gelungen ist die Koloration der Szenen, die im 19. Jahrhunder spielen. Die Farbpalette imitiert sehr gut den Sepia Stil alter schwarzweiss Fotographien. Für Fans der Reihe ein Pflichtkauf. Alle anderen sollten schleunigst mit Band 1 loslegen.