Dienstag, 30. September 2008

Aus dem Dschungel kommst du nur im Sarg wieder raus - Teil 2

Tropic Thunder

Als Regisseur hat man es beileibe nicht leicht. Besonders dann nicht, wenn man zum ersten mal einen Spielfilm drehen darf an den auch noch hohe Anforderungen gestellt werden, man sich mit einem amoralischen Produzenten (Tom Cruise) abgeben muss und zudem eine Hand voll Hauptdarsteller hat, die sich wie Primadonnen aufführen. So kommt es wie es kommen muss: zum Eklat am Set zu Tropic Thunder, in dem der Actionfilmheld Speedman (Ben Stiller), die drogensüchtige Furzulknudel Jeff Portnoy (Jack Black), der zum Schwarzen umgefärbte Charakterdarsteller Kirk Lazarus (Robert Downey jr.) und der Jungdarsteller und Rapper Alpa Chino (Brandon T. Jackson) die Hauptrollen spielen. Lazarus kann Speedman ob seiner bislang seichten Filme nicht ab - zumal er ihn für einen hirnlosen Affen hält. Speedman hingegen befindet sich mit seinen Actionfilmen auf dem absteigenden Ast und sieht in Tropic Thunder seine letzte Chance auf ein Comeback.


Bräute, Bier und Blaue Bohnen

Torpedo

Endlich erscheint mit Band 5 der Abschluss der Gesamtausgabe von Torpedo, dem jähzornigen Auftragsmörder, der uns bereits in den ersten vier Büchern Freud und Leid seines Berufstandes mitzuteilen wusste.

Auch im neusten Band hat Torpedo - alias Luca Torelli - nichts dazu gelernt und ist mit seinem leicht beschränkten Buddy Rascal unterwegs um mit schmutziger Arbeit Geld an Land zu schaffen. Dabei kann sich der Leser wieder auf skurrile Situationen, unnötige Gewaltausbrüche, Fettnäpfchen, schwarzen Humor und jede Menge nackte Weiber freuen - Torpedo eben.

Zeichnerisch steht Band 5 dem übrigen Werk in nichts nach. Lediglich eine Besonderheit hebt ihn hervor: in ihm sind die beiden einzigen in Albenlänge verfassten Geschichten enthalten. Fans von Torpedo, Bernet, Abuli oder Hard Boiled Geschichten im Film Noir Setting machen mit diesem Stück Comicgeschichte garantiert nichts falsch. Abgerundet wird der aktuelle Band mit einem Essay über Berufskiller in Comic, Film, Fernsehen und dem realen Pendant.

Armer Yorick - ich kannte ihn gut!

Monsieur Mardi Grad - Unter Knochen

Band 1: Willkommen!

An manchen Tagen meint es das Schicksal einfach nicht gut mit uns. Victor Tourterelle hätte entweder die Augen aufmachen oder seinem Sohn verbieten sollen mit seinem Spielzeugauto im Bad zu spielen.

Eines morgens rutscht er auf eben jenem Plastikobjekt aus und bricht sich unsanft das Genick am Badewannenrand. Unversehens findet er sich in einer Kreidewüste wieder. Staub und Geröll bis zum Horizont, der Himmel pechschwarz verdunkelt als sei hätte sich der Inhalt eines Tintenfasses darüber ergossen. Erhellt wird die Welt lediglich von einem fahlen Mond, der ebenfalls den Eindruck macht als sei er den Weg alles Irdischen gegangen. Einzig die Gebeine sind von Victor noch übrig geblieben.

Nach einigen Tagen taucht ein weiteres Skelett auf, das ihm mitteilt es sei ein Postbote und müsse ihn nach Sainte-Cecile bringen und Victor laute nun auf den Namen Mardi-Gras Aschermittwoch. Als er dann alleingelassen ohne Plan in der Stadt strandet, von zwielichtigen Gestalten in Quecksilber getaucht wird und man ihm seine Schädeldecke aufsägt platzt Mardi-Gras der Kragen. Er muss raus aus dem Irrenhaus!

Éric Liberge präsentiert mit "Unter Knochen" eine düster humorige Version des Jenseits, die trotz des bislang eher spartanischen Settings auch auf optischer Seite über die ersten 63 Seiten der auf vier Bände angelegten Geschichte zu überzeugen weiss. Die Farbpalette ist aufgrund des Themas relativ eingeschränkt, lediglich die metallischen Beschläge, mit denen Knochen repariert werden, sorgen für etwas Abwechslung. Zudem erinnern die Landschaften frappierend an Designs, die auch aus Moebius Feder stammen könnten, was selbverständlich als Kompliment zu werten ist.

Insgesamt krankt die Geschichte nur unter allgemeinen Tatsache, dass auf rund 60 Seiten nicht allzuviel Geschichte erzählt werden kann und beinahe nur Fragen gestellt werden, aber Antworten schuldig bleiben. Potential ist reichlich da. Mit Band 2 im Dezember werden wir etwas schlauer sein und wissen ob es sich lohnt den Abenteuern von Mardi-Gras weiter zu folgen.

Samstag, 27. September 2008

Hellboy vs. Unterwelt 2:0

Hellboy Band 9 - Ruf der Finsternis

Hellboy ist nach seinen höchst seltsamen Erlebnissen in Afrika nach England zurückgekehrt, wo ihn die Hexen zu ihrem neuen König küren wollen. Ihre alte Herrin Hekate - die Göttin der Kreuzwege - wurde von Igor Bromhead niedergerungen, der in der Vergangenheit auch bereits Hellboy über dessen echten Namen unter seine Knute zwingen wollte.

König der Hexen? Darauf hat HB genausowenig Lust wie auf die ganze restliche "Tier der Apokalypse" Geschichte, macht sich deshalb aus dem Staub und zieht sich den Groll aller Hexen zu.

Eine alte Feindin Hellboys - die Baba Jaga - hat nur hierauf gewartet. HB findet sich unvermittelt in ihrem Zwischenreich wieder in dem die russische Folklore lebendig geworden ist.

Wie immer versucht Hellboy nun ohne eine Ahnung oder dem Ansatz eines Planes zu einem Platz zu entkommen an dem er endlich einmal Ruhe hat. Doch der Rache der Baba Jaga entgeht man nicht so einfach.

Endlich ist die langerwartete Fortsetzung der Hellboy Reihe erschienen - wie immer in der gewohnt hohen Cross Cult Qualität. Lange mussten Fans des gepflegten Pulps und der lovecraftschen Unterhaltung warten. Mit dem neuen Hellboy betritt auch ein neuer Zeichner die Bühne. Duncan Fegredo übernimmt gekonnt den gewohnten Strich von Mike Mignola und verquickt ihn mit seinem eigenen Stil zu einer vollkommen neuen Optik, die dank der Koloration von Dave Stewart (Eisner Award für B.U.A.P) den Genuß an Hellboy noch ein weiteres Mal zu steigern weiss. Jeder, der befürchtet hat, HB könnte unter einem neuen Zeichner leiden, der sei beruhigt.

Die Story wird in einem angenehmen Tempo erzählt und macht dank des Subplots in dem einige Wesen aus der Unterwelt den kommenden Krieg und die Vernichtung der Menschheit vorbereiten Lust auf den Nachfolger. Bis dahin (wohl 2009) müssen wir uns noch gedulden und beginnen mit der Reihe am besten bei Band eins noch einmal von vorne.

Irgendeinen neuen Hinweisfitzel oder Querverweis, den man zuvor übersehen hat, lässt sich bei jedem erneuten Lesen finden und die Geschichte noch dichter erscheinen als sie auf den ersten Blick den Anschein gemacht hat.