Dienstag, 30. September 2008

Aus dem Dschungel kommst du nur im Sarg wieder raus - Teil 2

Tropic Thunder

Als Regisseur hat man es beileibe nicht leicht. Besonders dann nicht, wenn man zum ersten mal einen Spielfilm drehen darf an den auch noch hohe Anforderungen gestellt werden, man sich mit einem amoralischen Produzenten (Tom Cruise) abgeben muss und zudem eine Hand voll Hauptdarsteller hat, die sich wie Primadonnen aufführen. So kommt es wie es kommen muss: zum Eklat am Set zu Tropic Thunder, in dem der Actionfilmheld Speedman (Ben Stiller), die drogensüchtige Furzulknudel Jeff Portnoy (Jack Black), der zum Schwarzen umgefärbte Charakterdarsteller Kirk Lazarus (Robert Downey jr.) und der Jungdarsteller und Rapper Alpa Chino (Brandon T. Jackson) die Hauptrollen spielen. Lazarus kann Speedman ob seiner bislang seichten Filme nicht ab - zumal er ihn für einen hirnlosen Affen hält. Speedman hingegen befindet sich mit seinen Actionfilmen auf dem absteigenden Ast und sieht in Tropic Thunder seine letzte Chance auf ein Comeback.


Um den Film zu retten beschliessen Regisseur Rob und der Autor des Buches (Nick Nolte) die Jungs einfach im Dschungel abzusetzen, wo vorbereitete Sprengladungen und Kameras das Geschehen auf Film bannen sollen. Dummerweise halten Männer von der Drogenmafia die Schauspieler für echte Soldaten und fürchten um ihr Einkommen. Die Jagd auf Amerikaner wurde soeben eröffnet...

Wie oft sieht man eine tolle Trailervorschau, lacht sich schlapp und wird dann im Kino bitterst enttäuscht. Die besten Szenen waren in der Vorschau, die Gags funktionieren in der Langversion nicht und irgendwie wirkt der Film viel billiger als man sich ihn ausgemalt hat. Wie oft haben wir das schon erlebt? Traurig, dass es so etwas überhaupt gibt. Seltsam, dass man sich überhaupt noch ins Kino wagt, so oft wurde man enttäuscht. Tropic Thunder ist jedoch einer der Filme, die uns für unsere Hartnäckigkeit belohnt.

Auch wenn der Fim im letzten Drittel ein wenig durch Längen leidet, ist das Erzähltempo durchweg angenehm, die Gagdichte genau richtig und die Anspielungen auf die Traumfabrik Hollywood einfach herrlich. Besonders Tom Cruise geht in seiner Rolle als fieser hinterfotziger Produzent richtig auf und weiss etwas zu beweisen, das ihm wohl niemand zugetraut hätte: Talent für Comedy. Für mich die Überaschung des Films. Und ihn zu erkennen muss man auch erst einmal fertig bringen, wurde er doch extrem entstellt.

Ebenso die restlichen Parts sind sehr gut besetzt. Wer Jack Black nervig findet, wird auch in Tropic Thunder nicht glücklich mit ihm, für mich bringt er jedoch die richtige Portion "Rock n Roll" in den Plot. Angenehm fällt auf, dass eine relativ breite Palette von Gags aufgefahren wird, von feinsinnig über zotig-derb bis hart an die Schmerzgrenze des guten Geschmacks. Gottseidank habe ich keinen. :)

8 von 10 gesprengten Crewmitgliedern

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