Montag, 14. Januar 2008

Stay

"Möge Gott sein zwischen dir und dem Leid an allen verlassenen Orten, die du erreichen wirst."

Wie heisst es doch so schön: wenn es einem an Talent oder Zeit fehlt die richtigen Worte zu finden, dann klaut man sich die Guten Sätze am Besten von denen die Zeit und Talent haben; respektive hatten. 

Henry Letham (Ryan Gosling) ist auf einer Reise; angezogen von Orten, die so einsam sind, dass sie ihn gefangen halten und er sich einer deprimierenden Lösung stellen will: er will sich am Samstag um 21 Uhr das Leben nehmen.

Zuvor trifft der Student der Kunst auf den Psychiater Sam Foster (Ewan McGregor), der es sich zum Ziel gemacht hat zu verhindern, dass Henry sein Ziel erreicht. Doch Henry ist nicht von der gesprächigen Sorte und weist Sam zurück. Dennoch zieht es ihn immer wieder zu dem Psychiater hin, als sei er eine Motte, die vom Licht angezogen wird. Doch während das Licht für die Motte tödlich ist, könnte Sam sich als die Rettung erweisen. Sam begibt sich also auf den schwierigen Weg Henry aus seinem selbstgewählten Schicksal zu lösen. Dabei geraten für ihn immer mehr Realität und Fiktion durcheinander bis er nicht mehr unterscheiden kann was real ist und was nicht. Zudem wird Sams Zeit immer knapper während er sich im Nirvana der Illusionen verliert.

Marc Forster (Finding Neverland, Monsters Ball und der neue Bond dieses Jahr) inszeniert mit "Stay" einen Film von der hinterlistigen Sorte. Schon zu Beginn baut sich eine äußerst bedrohliche Stimmung auf, die den Zuschauer ob der Diskretion welcher Art die Bedrohung denn nun wirklich ist, sogleich zum munteren Raten einläd. Immer wieder präsentiert der Regisseur kleine Hinweissplitter, die auch durchaus in die Irre führen können. Dennoch kann man etwa ab dem letzten drittel des Films recht konkret sagen was man vom Ende erwarten kann. Zumindest ging es mir so. Dabei wird eine Stimmung generiert, die Zweifeln lässt ob es überhaupt noch Hoffnung für die Figuren gibt.

Der Schnitt von Stay ist fanatastisch. Immer wieder werden die verschiedenssten Szenen, Traumgebilde und Überleitungen mit wunderbaren Kameraschwenks, Über- und Ineinanderblendungen, wilden Kamerafahrten oder Montagen ineinander verwoben. Der Soundtrack unterstreicht die düstere Stimmung gekonnt und auch die Schauspieler geben ihr bestes. Ewan Mc Gregor und Ryan Goslijng harmonieren dabei wunderbar. Von den Nebenfiguren sollten auch Naomi Watts und Bob Hoskins nicht unerwähnt bleiben.

Spannend, aber auch langsam erzählt. Freunde der schnellen Action sollten sich fernhalten. Wer auf sanfte Wanderdrogen oder gut erzählte Geschichten abfährt sollte an "Stay" nicht vorbeigehen.

9 von 10 Trips

"Haste ma nen Dollar von hinten gesehen...... auf GRAS?!"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen