Samstag, 12. Januar 2008

I am Legend

Remakes sind ja seit den Anfang 90ern ein schweres IN-Thema geworden, was mit Sicherheit zum großen Teil an dem qualitativen Sprung in Sachen Tricktechnik liegt. Der Trend hält nach wie vor an (allen voran die Neuinterpretationen von Superheldenfilmen) und wird mit "I am Legend" konsequent fortgesetzt.

Die mittlerweile vierte Verfilmung des S/F Romans von Richard Matheson weiss auch dann sogleich hauptsächlich durch die verwendete Technik zu begeistern. Das verlassene New York ist so atemberaubend in Szene gesetzt, dass es wahre Gruselschauer über den Rücken gleiten lässt. Man fühlt sich ob der verstopften Strassen, der wuchernden Pflanzen und den zwischen Autos umherlaufenden Tieren sofort an Terry Gilliams Meisterwerk "12 Monkeys" erinnert.

Aber worum geht es eigentlich? 2009 wird in den US of A ein hochwirksames Mittel gegen Krebs entwickelt. Die erste große Testreihe findet im Big Apple statt. Doch schon kurz darauf mutiert der Virus, der den Krebs zerstören soll und rafft mal so eben 90 % der Menschheit dahin. Von den Überlebenden sind etwa 3% immun gegen das Virus und der Rest mutiert seinerseits zu lichtscheuen, äusserst aggressiven vampirartigen Kannibalen. Allerdings haben die Mutanten nur die Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht von ihren phantastischen Vorbildern geerbt. Der Rest des Monsterdesigns scheint direkt aus 28 Days later entsprungen zu sein.
Robert Neville ist Mediziner beim Militär. Er verschanzt sich im sterbenden New York um ein Gegenmittel zu entwickeln. Drei Jahre später scheint er der allerletzte Mensch auf der Welt zu sein. Doch bemüht er sich ständig die Mutanten wieder in menschliche Wesen zu verwandeln.

Robert Neville wird durchaus überzeugend von Will Smith dargestellt. In der ersten Hälfte des Films gewährt Regisseur Francis Lawrence (Constantine) eine Menge Screentime um möglichst viele Facetten der Figur Neville, der mit seinem Hund Sam seinen Alltag bestreitet, auszuleuchten. Das ist zwar beim ersten Anschauen durchaus interessant, aber wie bei Constantine leidet der Plot doch merklich unter seiner Regiearbeit. Das wird in den letzten 20 Minuten deutlich, in denen der Film rasch und zackig seinem Ende zugeführt wird. Es wirkt ein bisschen so als hätte man auf einmal festgestellt: "UPS, ich hab ja nich mehr viel Zeit übrig!".
Schade, denn dann wenn der Plot endlich in Bewegung gerät und ausserhalb der Figur Neville interessante Aspekte aufzeigt, flimmert auch schon der Abspann über die Leinwand.

Zudem wird der Zuschauer doch ziemlich im Dunkeln darüber gelassen was denn ausserhalb von NY so vor sich ging und geht. Weder in den Flashbacks noch in Nachrichtensendungen wird berichtet was mit dem Rest der Welt ist.

Einen Kritikpunkt habe ich noch: die Mutanten.... warum mussten die unbedingt Computergeneriert sein? Die wären mit Sicherheit schauerlicher geworden wenn man ein anständiges Make Up verwandt hätte. So bleiben die Schockeffekte irgendwie auf der Strecke. Und dabei bin ich wirklch von der schreckhaften Sorte. 

Nebenbei erwähnt soll nun auch noch eine Direct-To-DVD Produktion erscheinen, das ebenfalls ein Remake ist: "I am Omega" mit Marc Dacascos.

6 von 10 Petrischalen

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